West Cost Adventures mit Grewie

Ko Phi Phi & Railay, 30.4. – 8.5.

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Was ein Kulturschock, dieser kurze Berlinaufenthalt – kaum angekommen, schon wieder weg. Wenig Zeit das gewohntes Umfeld zu geniessen. Umso besser, wenn ein kleines Stück gewohntes Umfeld mitkommt auf Reisen. Nach wiedermals widrigem Flug mit Aeroflot und wackliger Landung in Bangkok, musste ich einige Stunden Zeit totschlagen ehe Gregor gelandet ist. Schon witzig, 2 Tage vorher haben wir noch meinen Bday in Berlin gefeiert und plötzlich stehen wir uns bei 35 Grad am anderen Ende der Welt wieder gegenüber. Endlich hats mal einer geschafft, seine „uns-besuchen-kommen-Versprechen“ auch einzuhalten.

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Wir haben nicht viel Zeit in Bangkok gelassen, es ist schliesslich Gregors Jahresurlaub, also ab in nächsten Flieger nach Krabi in den totalen Thailand Tourismus. Da momentan Nebensaison ist, hatten wir weniger Bedenken was völlig überfüllte Inseln und Touristenmassen anging und wir dachten uns, die Ostküste ist bestimmt auch sehenswert, sonst wäre sie schliesslich nicht so touristisch. Dazu, wenn Gregor schonmal hier ist, wollen wir das Ganze auch entspannt geniessen, etwas feiern gehen und gut essen.

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Tabea wollten wir nach der Landung in Ao Nang treffen. Da sie kein Handy hat, und wir uns nur ein paar mal am Tag via Facebook abgesprochen haben, ging unser Wiedersehen mächtig schief. Treffpunkt: McDonalds? Neee, lass ma lieber gleich am Pier treffen, von wo aus wir noch am Abend in die Bucht von Railay fahren können um am nächsten morgen am Traumstrand aufzuwachen. Der Airportbus lies uns an einem Pier raus, der den Namen eigentlich nicht verdient, hinter einem Restaurant legten am Strand Boote nach Railay ab. Von Tabea keine Spur und keine Chance sie zu kontaktieren. Mit Gepäck in die nächste Rikscha, zum „anderen“ Pier. Halbe Stunde nördlich – auch keine Tabea. Nächster Versuch, noch ein Pier, dabei dachten wir Anfangs es gäbe nur einen, wieder keine Tabea. Also in die Coconut Bar, von wo aus sie über Wifi ihr letztes Lebenszeichen abgegeben hat. Der Rikschafahrer setzte uns ab und wir stellen fest es ist die falsche Coconutbar. Es war inzwischen fast 11 Uhr, wir werden langsam nervös, verabredet hatten wir uns so gegen 8. Verdammt seist du, dass du kein Handy hast. Wir suchten uns den Weg zur anderen Coconutbar zu Fuss. Und plötzlich, während wir hungrig, müde und völlig planlos die Hauptstrasse entlangliefen, pfiff es neben uns. Eine Rikscha stoppte auf der Strasse, Tabea saß drin. Sie suchte uns ebenfalls seit knappen drei Stunden, der Pier an dem sie wartete, war noch weiter südlich und niemand hat uns gesagt, dass es noch einen gibt. McDonalds wäre im Nachhinein ein idealer Treffpunkt gewesen…. Sicher bleibt nur: Tabea bekommt ein Handy, sonst darf sie nie wieder alleine weg.

Die Nacht also in Ao Nang. Wir fanden eine billige türkische Absteige, Bungalow mit Klima für knappe 11 Euro, halbwegs sauber und erstaunlich gutes Thaiessen für einen türkischen Koch.

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Am nächsten Morgen ging es in der Früh aufs Boot Richtung Phiphi, vorbei am Postkartenthailandpanorma. Gregor sah schon während der Überfahrt wie eine wandelnde Leiche aus, aus Angst vor Sonnenbrand benutze er die ganze Woche fast ausschliesslich 50 Kinder/Bleichmachersonnencreme.

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In PhiPhi fanden wir nette halbwegs günstige Appartements, etwas abgelegen direkt am Strand, mit einer atemberaubenden Sicht über die gesamte Nordwestküste der Insel. Man muss zugegen, die Westküste Thailands wirkt wie der Ballermann Asiens, die Nächte durch wummert eine Strandbude neben der nächsten, jede übertrumpft die andere mit Feuershows, billigen Drinks oder Maibaumklettern. Bei Hauptsaison muss die Hölle los sein, selbst jetzt, wo wir da waren wimmelte es nur vor jungen Partypilgern. Also, mitgemacht, abgetaucht ins wilde Inselleben: Erster Abend gemeinsam mit Grewie, allein die Wiedersehensfreude ölt das Getriebe und lässt und an dem Abend Vollgas geben: Scharfes Thaiessen, frischer Fisch am Strand, Feuerspucker, Amateurthaiboxen um Whisky Cola, Bamboo-Tattoos und Technopop am Strand. Die ersten beiden Mojitos, machen das schlechte Thaibier vergessen und die angeblich „beste Feuershow des Universums“ verblüfft uns tatsächlich. Wir lassen uns treiben im Gewirr der kleinen Strassen. Nachts glüht die Insel vor Menschen, Autos und Roller gibt es nicht, doch sie hätten sowieso kein Platz sich durchzuwühlen, lediglich hin und wieder ein Handkarren, der die anliegenden Geschäfte mit dem wichtigsten versorgt: Wasser, Bier, Rum, lebende Hühner und Obst. Wir wurden irgendeinem Druffi angesprochen, ob wir nicht Kickboxen wollen, gegeneinander, jeder Teilnehmer bekommt als Gage einen Eimer Sam Song. Auf unsere Gegenfrage, ob wir auch um Tabea als Preis boxen könnten, meinte er ganz unbesorgt ‚Klar, Schlammcatchen geht, Ihr beide gegen sie, wollt ihr gleich loslegen?‘ Wahnsinns-Druffies hier – die Promoter! Ein bisschen High geht immer….

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Wir hatten auf jeden Fall spassige Nächte, haben am viel am Strand getanzt und sind durch Monsoonregen gewatet. Tagsüber waren wir auf Tour mit unserem Strandnomaden Salomon, der direkt neben uns im Zelt gewohnt hat, weil er, wie er es erklärte keine Steuern an den korrupten Inselbürgermeister abtreten will. Vor seinem Zelt und den aus Palmenblättern abgesteckten Grundstück lag er meist neben seinem selbstgemalten Schild, das Stolz verkündete, er würde die besten Schnorchel und Angeltrips ganz Thailands anbieten. Da man sonst überall und andauernd nur nervig angequatscht und eben oft auch enttäuschend abgezockt wird, dachten wir uns, bei jemand, der so relaxt und authentisch vor seinem Zelt sitzt und keine Anstalten macht sich aktiv um Kunden zu kümmern, kann das nur eine geile Tour werden. Wir waren letztlich zwei Tage mit Salomon Onkel im Longtailboat unterwegs, in die schönsten Schnorchelgebiete, zum Cliffjumpen und zum „Thai-Style-Fishing“. Die Unterwasserwelt ist meist noch traumhaft und unfassbar Fischreich, man ist geradezu umzingelt von kleinen Schwärmen, wir haben Lionfische, Schildkröten, Pufferfische, Seeschlangen und vieles mehr gesehen. Leider auch die Auswirkungen des Tourismus. In manchen Buchten, in die die Strömung ordentlich trieb, schwamm ein Müllteppich, auch Plastikflaschen, – Tüten etc. Teilweise über mehrere Hundert Meter. Dazu muss man sagen, dass PhiPhi leider sehr wenige Lehren aus der Tsunami-Katastrophe gezogen hat. Die Insel war völlig zugebaut und zugemüllt, vorher schon, und die Zerstörung durch den Tsunami bot eigentlich die Möglichkeit zu einem nachhaltigen Neuaufbau der Insel, Schaffung von Freiflächen und eventuell zukünftiger Begrenzung des Tourismus. Doch es ist schon wieder fast alles beim Altem. Es ist überlaufen und zugebaut – schon wieder. Und dadurch wird es eben auch vermüllt, dreckig und laut. Aber dennoch, noch ist es wunderschön, eben vielleicht auch nur wegen Nebensaison.

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Tabea hats übertrieben mit dem Tauchen und ist promp am nächsten Morgen mit Ohrenschmerzen aufgewacht. Ein Tag später mit starken Schmerzen ins Krankenhaus, etwas Rücksprache mit HNO Onkel gehalten und Tabea musste Antibiotika nehmen. „Bloss nicht in die Sonne“, meinte mein Onkel. Also nen schönen Sonnenhut für Tabea gekauft, immer lange Hose und Bluse bei 35°. Die nächsten 5 Tage Strandurlaub waren dementsprechend hart für sie. Witzig war der Moment 4 Wochen später, als ich im Internet gelesen hab, dass bei dem Antibiotika, welches Tabea genommen hat, überhaupt keine Wechselwirkungen mit Sonnenstrahlen bekannt sind. Ich glaub sie ist immer noch etwas sauer….

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Ich hab mir mit Gregor dann noch ein paar unterhaltsame Tage und Nächte auf PhiPhi geliefert, bevor es mit dem Boot weiter nach Railay Beach ging. Railay ist ein Traumstrand, dazu sehr viel ruhiger, viele Familien und eben auch alles ein bischen teurer. Gregor hatte nun das Thaiessen zugesetzt, eine Nacht auch samt Fieber etc. Dafür war Tabea wieder fit. Railay war extrem relaxed und sehr heiss. Viel Flutschball im Wasser und schöne Sonnenuntergänge. Idylle.

„You Wan Massssaaaah..?“ Gregor hat sich am Strand immer ordentlich die Füsse abschrubben lassen, und jeden zweiten Tag haben wir uns auch gemeinsam auf die Knetbank gelegt (ohne Happy End! ohne Tabea)

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