Pantanal: der Weg ist das Ziel

Sucre, Bolivia 28.2. – Campo Grande, Brasilia 3.2.

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Es ist verhext und am besten man folgt dem Herzen oder Bauchgefühl, wenn man nicht so ganz weiss. Wir waren uns uneinig, obwohl nicht unbedingt uneinig, wir waren eher beide generell unentschlossen wie es nun weitergehen sollte. Wir wussten nur, wir wollen raus aus Bolivien. Und wir wollen nach Iguazu, allerdings nicht sofort, sondern über einen möglichst schönen Weg mit Zwischenstopps um die Langstrecke in einzelne Staffeletappen unterteilen zu können. Die Entscheidung fiel spontan, einen Tag vor Abreise und wir hörten auf unser Bauchgefühl, entschieden uns für das Abenteuer, gegen eine Rückkehr nach Argentinien, für den spannenderen Weg, der aufgehenden Sonne entgegen Richtung Osten: Brasilien. Es war zumindest der ungewissere Weg, denn niemand wusste nichts genaues, das Internet schwieg ausnahmsweise und bis darauf, dass dieser Weg irgendwie möglich ist, hatten wir wenig Informationen. Und anfangs sah es aus, als hätten wir diesmal die falsche Entscheidung getroffen…
Nachdem ich die gesamten 3 Wochen von Lebensmittelvergiftugen verschont geblieben bin, erwischte es mich in der Nacht vor unserer Abreise. Von Magenkrämpfen geschüttelt morgens zum Flughafen nur um die nächste „Warnung“ in Empfang zu nehmen. Die Wolken hingen tief in Sucre, an Fliegen war an diesem Morgen nicht zu denken. Der zweite Versuch am Nachmittag klappte und wir dachten mit Glück und etwas Hetze schaffen wir noch unseren Abendzug von Santa Cruz an die Brasilianische Grenze. Doch diese Nacht gab es keinen Zug, sondern nur kaputte Gleise und Reparaturarbeiten. Langsam zweifelten wir an unseren Plänen, denn wenn alles so „rund“ laufen sollte, wären wir fast schneller zu Fuß gewesen. Wir nahmen einen Nachtbus, die letzten zwei verfügbaren Plätze, man kann fast von Glück sprechen. Am morgen erreichten wir die Bolivianisch-Brasilianische Grenze. Die Ausreise aus Bolivien dauerte nur knappe 4 Stunden, die Inca-Ameisen haben ihrem Arbeitstempo wieder alle Ehre gemacht. Die Einreise nach Brasilien gestaltete sich angenehmer, als Tourist passiert man die Schlange und wird in die erste Reihe kutschiert, wo mich prompt ein betrunkener Griechischer Lump ansprach, der behauptete für die Brasilianischen Grenzsoldaten zu arbeiten und dass wir Europäer zusammenhalten müssen weshalb ich überhaupt nur soweit in der Schlange hätte vorrücken können. Ihm sei Dank. Er roch wie ein überlaufener Gulli am Regentag, doch er fand in mir seinen neuen Besten Freund. Ohne ihm die Hand zu geben – war das Gespräch doch recht amüsant.
Wir passierten schliesslich die Grenze und erreichten Corumba gegen Mittag. Eine Tour ins Pantanal noch am selben Tage schlugen wir uns schon aus dem Kopf, als – während wir auf der Suche nach einem Hotel durch den Park liefen – ein Brasilianer uns nett ansprach, was wir denn vorhaben, ob wir denn eine Unterkunft benötigen oder eventuell eine Tour ins Pantanal machen wollten. Englisch und Spanisch – insofern keine Verständigungsprobleme, wodurch Sympathien und Vertrauen ermöglicht werden. Sein Name sei Indi, erzählte er und er habe eine Agency die Pantanal Touren organisiert, Crocodil Tours. Nicht gerade seriös, aber der betrunkene, angebliche für die Grenzsoldaten arbeitende, verlodderte Grieche hat uns einen Indi von Crododil Tours empfohlen falls wir ins Pantanal reisen wollten. Wenn nicht auf diese Empfehlung hören, auf welche dann? Preis ausgehandelt und da es auch sofort los ging, kann es nicht gerade eine durchgeplante Tour sein…
Der Weg ins Pantanal war eine 2-Stündige Autofahrt über durchnässte Schotterpisten, in der Indi ein paar Male seine Fähigkeiten als Auquaplaning-Pilot unter Beweis stellte. Michael Schuhmacher Junior wie er und Tabea einig feststellten. Er erzählte uns von seiner Firma und den mafiösen Verhältnissen in denen seine gesamte Familie irgendeinen Posten ob als Guide, Fahrer, Buchhalter oder Don innehatte. Er war natürlich der Pate. Er erzählte uns von seinen 8 Kindern, die er mittlerweile mit 35 Jahren hat – Tja, es gab kein Fernsehen im Dschungel und das Piranha-Fleisch wirkt wie ein natürliches Viagra.

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Nachmittags um 2 im Dschungelcamp angekommen und wir bekamen etwas Reis gegen den Knast bevor wir Piranha fischen gingen, damit das Abendessen sättigender ausfällt. Es geht recht einfach, etwas Fleisch an die Bambusrute, auswerfen, aufs Knabbern warten und dann ordentlich anziehen. Hat man kein Fleisch mehr, einfach einen der gefangenen Piranhas in Stücke schneiden und verfüttern, die Viecher fressen alles….

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Am Abend, nach einer Nachtbootstour um die Augen der Krododile im Wasser leuchten zu sehen, hatten die Jäger und Dschungelguides ihre Freunde und Familie aus den Städten eingeladen und wir feierten gemeinsam trotz Sprachbarrieren mit brasilianischer Gitarrenmusik und reichlich Caipirinha. Ein gelungener erster Abend in Brasilien.

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Am nächsten Tag stiegen wir wieder ins Boot, diesmal um die Feuchtsavanne bei Tag zu entdecken. Das Pantanal ist eines der größten Feuchtgebiete der Erde, und während der Regenzeiten von Dezember bis März treten die Flüssen über die Ufer und der Großteil des Gebietes wird geflutet. Gleichzeitig ist es eine der artenreichsten Regionen der Erde und steht unter Schutz der UNESCO. Es gibt hier mehr Tierarten als in ganz Europa zusammengenommen, und noch dazu sind sie relativ leicht zu beobachten. Unser Guide Paolo schien ein wahrer Jäger zu sein, die 40 cm Klinge immer griffbereit findet er jegliche noch so gut getarnte Schlangen, Leguane oder Vögel. Er schien der wahre König des Dschungels zu sein, zeigte er uns doch das Pirahna angeln, ausnehmen und säubern, Lassowerfen und warnte uns vorm Tragen dunkler Kleidung aufgrund der Moskitos. Er ist mit Sicherheit der gefährlichste aller Bewohner des Pantanal, über die Jaguar, Pumas und Alligatoren scheint er nur müde zu lächeln und präsentiert dabei immer stilvoll die Plautze.

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Auf unserer vormitttäglichen Bootstour durch das Pantanal zeigte er und Vögel, Kaimane und wies auf gefährliche Piranhagebiete hin, in denen das Wasser so flach ist, dass einen die Fische angreifen, auch wenn einen normalerweise ohne das man blutet keine Gefahr droht. Also, der perfekte Moment aus dem Boot ins knietiefe Wasser zu springen um die Walking-Tour zu beginnen. Wie war das doch gleich mit den Piranhas und flachem Wasser? Und hab ich nich gerade hunderte Krokodile gesehen…. Egal, wenn Paolo in der Nähe ist, scheint es als verkriechen sich die anderen Jäger… Wir gingen an Land auf den Anaconda Trail. Die Suche gestaltete sich schwierig, wir sahen haufenweise noch nie vorher gesehene Vögel, wir sahen eine Familie Otter gemütlich durch das Wasser treiben, wir sahen einige Wasserschweine, doch die Anaconda blieb versteckt. Auf dem Rückweg zum Boot wurde Paolo doch noch fündig, wir hätten sie trotz 3 Meter Länge niemals gesehen, getarnt im Gebüsch und zusammengerollt war sie so gut wie unsichtbar. Der Jäger grub das Ungetüm aus, packte es an Schwanz und Kopf und legte es uns tatsächlich um die Schultern. Gute 60 Kilo Muskeln schleimige Anaconda. Danke Paolo, geilster Typ…

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Der Abend kam, noch schnell die Angelrute ausgepackt, im Sonnenuntergang bischen Essen gefangen und mit einem Lachen auf den Lippen und einem Bier in der Hand die Sternschnuppen geküsst. Erholt erwacht, Off ausgepackt, und den Nebel am morgen und die Geister der Nacht vertrieben, mit gut tausend Mücken High Five abgeklatscht, für jeden Stich eine. Dann war unser Aufenthalt zu Ende, es ging in den Dschungel, auf Safari, auf die Suche nach Affen, Kaimanen, Tukanen, und unzähligem anderem Gesocks. Hin und wieder paar kleine Krokos ärgern und hoffen das Mama grad nicht guckt…

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Danke an Indi, Paolo und die Mafia Sitte. Für die Kohle hätte ich nicht ein Viertel von dem erwartet was wir geboten bekamen, noch dazu lag das Pantanal eben logischerweise auf dem Weg…. Manchmal ist der Weg das Ziel und manchmal muss man der Schlange wohl doch nicht gleich den Kopf abschlagen….

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Pantanal- Unfassbar, einmalig, espectacular….

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