Namaste Himalaya: Zwei Wochen dem Himmel so nah

Annapurna Himalaya Range, 22.3. – 6.4.

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Der zweite Abschnitt unserer Weltreise beginnt, Asien. Und dies gleich mit einem Paukenschlag: Nepal und Himalaya. Nach Rio und Deutschland hatten wir genug von Städten, wollten raus in die Natur, auf in die Berge, Kathmandu hielt uns gerade mal die erste Nacht, weil unser Flieger erst spät abends gelandet ist. Am nächsten Morgen gleich der Aufbruch Richtung Westen, Richtung Pokhara, raus aus dem Smog Kathmandus hin zu hoffentlich klarer Luft und Bergpanoramas.

Nepal scheint ein Ort über den sich jeder uneins ist. Was haben uns alle beneidet, dass wir noch hierhin reisen und was haben uns alle gewarnt. Neid aufgrund der einzigartigen Natur, der freundlichen Menschen und interessanten Kultur – Warnungen aufgrund der Hygenischen Bedingungen, Höhenkrankheiten und allgegenwärtigen Lebensmittelvergiftungen. Jede Medaille hat wohl ihre zwei Seiten, wir wollten es (nicht alles) am eigenen Leib erfahren.

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Ankunft Pokhara und alles direkt eingeleitet um noch am nächsten Tag in die Berge starten zu können. Der ursprüngliche Plan den Annapurna Circuit zu gehen, wurde schnell verworfen, neuer Strassenbau machen die Strecke entweder uninteressanter oder eben im Taxi befahrbar, lediglich das kleine Stück des Passes kann man weiterhin nur per Fuss erreichen.

Unser Trekkingplan:
Zuerst über Poon Hill und Ghoripani zum Annapurna Basislager, beim Abstieg mal an den heissen Quellen von Jhinu Kraft tanken um den nächsten Aufstieg zum Mardi Himal Base Camp zu starten. Von hier auf anderem Wege über wenig bekannte Bergdörfer auf dem Fussweg zurück über Sarankot nach Phokara.

Unser Guide Krishna:
Wir haben uns einen Guide genommen für diesen Trek, zum einem , weil der zweite Teil, der Aufstieg zum Mardi Himal Trek ohne Guide nicht durchführbar ist und zweitens, da man durch die Begleitung eines Guides über all wärmer willkommen wird und tiefere Einblicke in die nepalesische Kultur bekommt. Drittens ist Nepal ein sehr armes Land und der Lohn eines Guide ernährt seine Familie zumindest für die nächsten Monate.
Unser Guide Krishna ist ein absolutes Unikat. Am ersten Tag hatten wir noch Angst, da er fast unfit wirkte und diese Expedition seine erste diese Saison war. Die ersten Tage hatte er manchmal schwere Füsse, aber langfristig behielt er mit seinen 36 Jahren und seinem langsam wirkenden schlenderndem Gang (Arme vor dem Körper oder hinter dem Rücken verschränkt) meist die Nase vorn. Er stammt aus extrem ärmlichen Verhältnissen und die gute Trekkingausrüstung die er trug täuschte anfangs fast über diesen Zustand hinweg. Es waren allesamt Geschenke von Trekkingtouristen an ihn, einige dieser Sachen trägt er bereits seit 10 Jahren auf jeder Wanderung. Er konnte nur die ersten 5 Schulklassen besuchen, danach musste er als Haushaltshilfe nach Neu-Dehli, mit 13 Jahren. Seine alleinerziehende Mutter konnte von der bisschen Landwirtschaft keine drei Kinder ernähren. Mit 17 kehrte er zurück, wurde Porter bei Himalaya Expeditionen und musste bis zu 35kg Gepäck täglich schleppen.  Dabei lernte etwas English von den Touristen, wodurch er später zum Guide aufstieg. Mit 21 Jahren wurde er verheiratet, er hatte seine Frau vorher noch nie gesehen, inzwischen hat er zwei Töchter mit ihr, 8 und 13 Jahre alt und sie leben am Rande von Pokhara zu viert in einem 3x3m großem Zimmer, wo wir sie zu einem Tee besucht haben. Zurück in Pokhara hat man Krishna seine Geldsorgen stark angemerkt, er hoffte sofort ein neuen Auftrag zu bekommen, wieder am nächsten Tag aufbrechen. Beim Trekken war es anders, er war immer gut drauf, mit allem einverstanden und hat uns spassige Geschichten aus seinem Leben und Erfahrungen mit den Touristen erzählt. Krishna, der Name eines Hinduistischen Gottes, zu dem die Frauen kommen um für einen guten Ehemann zu beten. Genauso hat anscheinend auch er sich in seinen Zwanzigern verhalten. Tabea hielt in zwischenzeitlich für einen schlechten Einfluss auf mich. Er berichtete von seinen Hundert Frauen in zehn Jahren (viele Touristinnen) und gab einige Weisheiten zum Besten, warum er nicht treu sein konnte: „You know, sometimes when you hungry and you eat, rice is not enough, you feel eat chocolate, so you get chocolate“ oder „When people are thirsty they have to drink water, this is the same with the sexy business…“

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Er hat uns Yoga gezeigt und etwas Nepali beigebracht, wir haben ihm im Austausch etwas Deutsch gelehrt und das Spiel Backgammon beigebracht. Krishna, was ein hartes Leben, was eine Armut, aber was ein lieber Kerl, guter Mensch und klasse Himalaya Guide.

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1.Teil: Aufstieg nach Poon Hill
Wir begannen am Nachmittag und die ersten beide Tage ging es fast ausschliesslich bergauf. Am zweiten Tag auf der Etappe von Hille nach Ghoripani wurden wir gleich auf eine harte Probe gestellt. Knappe 5 Stunden nur Treppensteigen, um die 8.000 Stufen – laut Krishna. Die Tage waren schön und sonnig, die Nachmittage vertrieben wir uns mit etwas Yoga um die Muskeln zu entspannen, das verdiente Bierchen musste leider den ganzen Trek ausbleiben, da hier in Nepal unser Monat der Abstinenz ist.

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Am dritten Tag starteten wir den Aufstieg nach Poon Hill noch im Dunkeln um kurz nach 5, um zum Sonnenaufgang das Himalaya Panorama geniessen zu können. Stirnlampe auf, nur etwas Schoki in die Tasche, und der Aufstieg trotz 500m aufgrund des fehlendes Rucksackgewichts ein Zuckerschlecken. Das Panorma ist atemberaubend, aber so denken eben auch 200 andere Touristen, sodass ein ziemlicher Trouble beim Sonnenaufgang herrscht. Aber die Welt ist klein, selbst hier trifft sich Garmisch beim kleinen Smalltalk über den SC Riessersee. Das Panorama entlohnte für alles: mit Annapurna und Dhaulagiri gleich zwei 8000er im Sichtfeld, dazwischen mit 6000m die größte Bergschlucht der Welt.

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Nach Abstieg und Frühstück ging es weiter von Ghoripani nach Tadapani, einer der schönsten Wege unserer gesamten Wanderung. Der Himmel war klar, das Himalaya Panorama immer links von uns, während wir durch Rhodedendronwälder unsere Wege auf und ab gingen.

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2. Teil: Annapurna Base Camp
Ab jetzt ging es fast nie mehr einfach nur aufwärts oder abwärts, geschweige denn eben. Oft dachten wir uns, naja, kann ja gar nicht so schlimm werden heute, von Start bis Zieldorf sind es gerademal 300 Höhenmeter Unterschied, aber die Nepalis bauen ihre Strecken nicht auf dem schnellsten Wege. Somit hiess es erstmal 500 m runter, um wieder 400 rauf zu steigen, wieder 300 runter um letzendlich 900 rauf zu keucheln. Manchmal kam es einem fast vor als sind die Wege gebaut wurden um Touristen zu ärgern, man sieht das Dorf bereits auf gleicher Höhe und freut sich auf einen restlichen gemütlichen Weg am Berghang lang. Wie man sich irren kann. 600m runter zum Flussbeet um die 600m zum Dorf wieder aufzustiegen. Die Motivation, immer noch weiterzugehen, begründete sich manchmal durch den Ausblick auf eine Atemberaubende Aussicht, die man falls man noch das nächste Dorf erreicht am nächsten Morgen haben würde. Manchmal war lediglich die Aussicht, diesen oder jenen schweren Auf- und Abstieg am nächsten Morgen nicht gleich als erstes bewältigen zu müssen Motivation genug für 2h weitere schweisstreibende Wanderungen.

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Die Landschaft änderte sich täglich, wenn nicht stündlich, von den Rhodedendronwälder über Reisfelder in Bambuswälder, in denen Affen und Rehe tobten, um schliesslich zur Baumgrenze zu gelangen und die ersten Schritte im Schnee zu schlittern.

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Genauso änderte sich auch das Wetter, je tiefer wir in die Berge gingen. Der nun tägliche nachmittägliche monsunartige Regen setze immer eine Stunde früher ein, sodass wir zusehen mussten unser Ziel immer möglichst vor 2 Uhr zu erreichen. Bei unserem Tagesrhythmus von halb 6 aufstehen und 8 Uhr schlafen gehen, blieb uns an den meist klaren Vormittagen genügend Zeit.

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Der 6te Morgen war der Tag der Wahrheit, der Aufstieg zum Basecamp, und genau an diesem Tag war kein klares Wetter, kein Sonnenaufgang und keine Sicht. Wir stiegen 4 Stunden über Steine und Schnee, ein langsamer Gang aus Respekt vor der Höhe und immer nur mit 20-30 Meter Sicht – alles lag im Nebel. Als wir das Basecamp erreichten war die Enttäuschung groß, wir sahen nichts.

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Am Nachmittag haben sich alle in der Lodge zusammengefercht, ein Schneesturm zog auf und hielt den Rest des Tages und die Nacht über an. Wir saßen im Schlafsack mit allen Klamotten die wir hatten, übereinander bei Tee und Suppe und beteten für gutes Wetter und Sicht am nächsten Morgen. Wir wurden erhört, im ersten Licht gleich aus dem Bett gesprungen und schon beim Öffnen der Zimmertür sind wir vom Ausblick überrascht wurden. Das Camp liegt in einem kleinem Tal direkt vor dem Annapurna (8091m) und hinter dem Fishtail (Machhapuchhre knapp 7000m). Man ist schon auf auf 4100 m hier im Basecamp, doch die Berge sind nocheinmal doppelt so hoch. Es war ein perfekter Morgen mit Neuschnee, klarem Himmel und einem traumhaften Sonnenaufgang bei unterirdischen Temperaturen…. Wir stiegen ein bißchen weiter den Berg hinauf und hissten die mitgebrachten Gebetsflaggen gewidmet dem Glück unserer Liebsten zuhause…

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Völlig geflasht begannen wir um 9 den Abstieg durch den Neuschnee, unsere Euphorie liess uns an diesem Tag neun Stunden, ca. 30 km und über 2000 Höhenmeter bergabklettern. Vielleicht wollte man auch nur möglichst nah an den heissen Quellen sein, in denen wir Tags drauf unsere übersäuerten Muskeln entspannten.

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3. Teil: Mardi Himal

Der 3. Teil begann nach dem erholsamen Bad in den heissen Quellen- Auf unsere Frage, wo denn der dritte „hot Spring“ Pool sei, da wir nur zwei gesehen haben, meinte Krishna nur: „Three? mmh, i dont know… its broken, maintanance“. Es war typisch, haben die Nepalis keine Ahnung, erzählen sie dir einfach irgendwas was sich gut anhört, so lief es auch immer wenn wir uns mal verlaufen haben und irgendwann gecheckt haben, dass auch unserer Guide nicht so genau weiss wo wir eigentlich sind….
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Trotz unsere errungenen Fitness, war der nächste Aufstieg der Anstrengendste der bisherigen Tour. Nach ca 2, 5 Stunden erreichten wir nach einigen auf und ab das Dorf Landruk, von wo aus wir einen kleinen Wanderpfad der Sherpas nutzen wollten um in die Wälder Mardi Himals raufzusteigen, bis zum Forest Camp. Nach den ersten 10 Minuten haben wir den point of no return erreicht. Der Weg führte mitten durch den Wald/Dschungel, steil den Berg hinauf, ohne Stufen. Der Pfad war so steil, dass man ihn lediglich bergauf gehen konnte, hinab wenn überhaupt, dann nur im Rutschen oder Fallen. Also vorwärts. Nach 3 Stunden knapp 1000 Höhenmeter enger, steiler Waldpfade erreichten wir pünktlich und völlig erschöpft 10min vor Regenbeginn das Forestcamp.

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Die Übernachtungen und das Essen in den Lodges oder Homestays waren über die Wochen relativ vergleichbar. Einfache Lehm oder Holzhütten mit einfachen Betten, dünnen Matratzen, meist mit Fenstern ohne Scheiben (schön Frischluft bei Minusgraden). Das Essen war in der Regel immer gut, wenn auch einfach, gebratene Nudeln oder gebratener Reis mit Gemüse, Dhal baat und hin und wieder ein paar Momos. Die Erschöpfung hat einen immer gut schlafen lassen (Mich zumindes, Tabea nicht) und  Knoblauch und Chilly im Essen kompensieren die dreckigen oder einfachen Küchen. Gekocht wird meist über offenen Feuer, da es kein Strom in den Bergen gibt, und Gasflaschen hinaufzubringen teuer und umständlich ist. Für die Umstände und die Ausrüstung war das Essen sogar erstaunlich gut. Allerdings war dies auch der Grund, warum die Zubereitung manchmal bis zu zwei Stunden dauerte.

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Es ging weiter die nächsten Tage immer durch den Wald und auf dem Bergkamm entlang, mit Blick auf unsere Annapurna Basecamp Route im Tal unter uns – Man sind wir weit gelaufen!!

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Der groß Unterschied zum Annapurna Trek war: Wir waren allein. Werder Nepalis, die Post, Gas, Wurzeln, Kuhmist oder Zweige transportierten, auch keine Ochsen, Yaks, Esel, Ziegen oder Schafe, die hier und da den Weg entlang gejagt wurden. Und auch keine anderen Touristen, nur wir. Gleichzeitig waren die Unterkünfte noch etwas einfacher, es gab kein fliessend Wasser, kein Strom, und somit für drei Tage keine Duschen. Zum Trinken wurde meist Schnee abgekocht…

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Im letzten Stop vor dem Gipfel trafen wir ein anderes Pärchen und einen Engländer, mit denen wir im Highcamp mal wieder einen Abend im Schneesturm verbrachten. Und wieder wurden wir am nächsten Morgen entlohnt, 50 cm Neuschnee, blauer Himmel, und Aufstieg bei Sonnenaufgang zum Viewpoint (4500m). Der Aufstieg war steil, rutschig und teilweise echt gefährlich, Krishna meinte anschliessend, zukünftig wird er dort mit Touristen nicht mehr hinaufgehen, er habe schliesslich Kinder und auch die Verantwortung… aber es hat sich gelohnt, direkt am Fuss des Machhapuchhre, mit Blick auf das Annapurna Massiv, die Welt wirkt so klein an diesen Orten. Man ist gleichzeitig so nah dran und doch so weit weg.

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4. Teil: Über Bergdörfer nach Pokhara
Der Rückweg ging über die Bergdörfer von Sidding über Astam, über einen Besuch bei Krishnas Mutter bis nach Sarakot oberhalb von Pokhara. Die Tage waren schöne gemütliche Wanderungen über Felder, Teegarten und durch Wälder, durch kleine Dörfer in denen man das alltägliche Leben beobachten konnte oder durch Homestays sogar fast Teil davon war.

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Zusammenfassung:
Jetzt in der Retroperspektive haben wir uns da einiges vorgenommen. Im Schnitt sind wir pro Tag zwischen 5 und 7 Stunden gegangen, zwei Tage sogar 9. Insgesamt beläuft sich die Bilanz auf 12.400 erklommene Höhenmeter und 12.700 Meter Abstieg auf einer Gesamtstrecke von ca. 250km. Fast Berlin-Hamburg mit vierfacher Zugspitzbesteigung…. Das ganze immer mit 10-14 Kilo Gepäck (1 Kilo deutsche Salami immer als Gipfelsnäck dabei). Die Waden, Oberschenkel und Nacken-Muskulatur wurden auf härteste beansprucht, beachtliche Umfangserweiterung bei gleichzeitiger Gewichtsabnahme.
Doch am Wichtigsten: Wir sind die ganze Zeit über gesund geblieben, keine Magenvergiftungen, keine Samonellen, keine Probleme mit dem Essen. Im Gegenteil, sogar nach all den Warnungen positiv überrascht gewesen. Die ganzen 2 Wochen auf Trek haben wir königlich gegessen, zwar ausschliesslich vegetarisch (Ausnahme deutsche Salami) und einfache Kost, aber doch abwechslungsreich und lecker. Auch der Körper hat bis auf verständliche kleine Knieblessuren nach einen 2000m Abstieg alles mitgemacht. Lediglich Tabeas Rucksack hat in den letzten Tagen den Geist aufgegeben, und die Nähte am Riemen sind gerissen, glücklicherweise erst am letzten Tag…

Es war der Wahnsinn und ist wirklich jedem zu empfehlen diese Erfahrung zu machen, es ist wahrscheinlich einer der schönsten Flecke dieser Erde, und zur Zeit noch nicht zu stark erschlossen, sodass man diese einzigartige Natur und diese Wahnsinnspanoramas doch noch in relativer Ruhe geniessen kann. Es gibt wahrscheinlich auch nur wenige Aktivitäten, die einem so den Kopf freipusten wie Trekking im Himalaya und einem – obwohl man dort sowenig hat, so gut wie gar nichts vermissen lässt. Selbst warme duschen sind ein Luxus, auf dessen Verzicht man sich schnell gewöhnen kann….

Ill be back, for another Trek

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Exkurs: Machhapuchhre oder Fishtail Mountain – Der heilige Berg

Der Berg der uns auf dem ganzen Trek begleitet hat, der immer vor uns lag, an dessen Fuss wir zum ABC gewandert sind, über dem immer die Sonne aufging, und dem wir am Mardi Himal Basecamp so nah waren – Er ist ein heiliger Berg. Und er birgt viele Legenden.
An einer Seite des Berges ist eine Buddha Statue in den Stein gehauen, auf der anderen Seite steht ein Hinduistisches Gottessymbol, auf der dritten prangt ein christliches Kreuz die Heiligkeit des Berges an. Er wurde heilig gesprochen, zum einen, weil aufgrund seiner Form so extrem prägnat ist und weil er aus jedem Betrachtungswinkel extrem anders aussieht. Zum anderen – und wichtigerem – weil er noch nie von Menschen bestiegen wurde.

Inzwischen sind diese Expeditionen verboten, der heilige Berg darf nicht versucht werden zu besteigen. Aber es gab diese Expeditionen und der Legende nach waren in den 80er Jahren einige Bergsteiger nahe dran den Gipfel zu erklimmen. Es wird erzählt sie schafften es bis 50 Meter unter den Gipfel, als am Abend die Dunkelheit sie überraschte und sie ihr Lager aufschlagen mussten, um den finalen Aufstieg am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang durchführen zu können. 50m sind nicht mehr weit, nicht für erfahrene Kletterer.Doch als sie am nächsten Morgen erwachten und aus den Zelten kletterten, befanden sie sich keineswegs mehr direkt unterhalb des Gipfels, sondern am Fusse des Berges, knappe 3000 Höhenmeter vom Gipfel entfernt. Wie sie dahin gekommen sind, weiss niemand, ob es ein Erdrutsch war, der die Zelte verschoben hat, ob Sherpa sie hinabgetragen haben, oder ob gar die Hand Gottes – wie es die Legende besagt – sie hinabgesetzt hat, wird wohl nie geklärt werden. Aber ab diesen Tag wurde der Berg heilig erklärt und es wurde verboten in je zu besteigen. Ob man die Sage nun glaubt oder nicht, so kann doch jeder der dort war die fast magische Aura des Berges fühlen. Wir konnten es auf jeden Fall….

4 thoughts on “Namaste Himalaya: Zwei Wochen dem Himmel so nah

  1. Geiler Bericht. Nur leider kann man die kleinen Bilder nicht mehr anklicken und groß machen. Sieht man doch nüscht uff deen kleenen dingern!

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