Auf den Spuren der Rally Dakar: San Pedro nach Uyuni

San Pedro de Atacama, Chile – Uyuni, Bolivien, 5.2. – 7.2.2013

DSC02379Wir wollten nach Bolivien, zuerst vor allem des Preisniveaus wegen, wussten jedoch nicht, was es denn dort sehenswertes oder erlebenswertes gäbe. Tja, das Schicksal oder der Zufall führte uns auf eine dreitägige Wüstentour von San Pedro bis nach Uyuni, von 2400m auf über 5000m, von Lagunen über Vulkane über Geysire, durch heisse Quellen, über Sand, Stock und Stein, gespickt mit Reifenpannen, Höhenkrankheit, Kokablättern, Feldbetten, süßen bolivianischen Wein, Reis und Bohnen und den unendlichen Weiten der bolivianischen Salzwüste.

Aber der Reihe nach….

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Die Tour begann im Morgengrauen, den Bus zur Grenze verpassten wir schon beinahe, obwohl unsere Rucksäcke schon eingepackt waren. Panisches Rennen und Schreien brachte uns einiges an Gelächter und kopfschüttelnde Gesichter ein, bewegte den Bus jedoch zum Halten. Die Fahrt zur Grenze dauerte ca. 1 Stunde, das letzte Stück über einen rumpeligen Feldweg. Das Grenzhäuschen zeigte schon annähernd, was uns in Bolivien erwarten sollte: – Ein kleines baufälliges Haus ohne Toillette, ein verbrannter Bus daneben.

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In Bolivien muss man ziemlich geduldig sein, immer und überall, alles dauert lange, die Leute sind langsam. Vielleicht liegt es an der Höhe und daran, dass alles anstrengender ist als anderswo, aber da sie seit Jahrhunderten daran gewöhnt sind, liegt die Vermutung nahe, dass sie einfach faul sind – kommste heut nicht, kommste morgen…

Also warteten wir an der Grenze 1-2 Stunden auf unseren Jeep mit dem wir die Tour fortsetzen sollten, da es von nun an keine befestigten Strassen mehr geben würde. Ein kleines Frühstückchen, ein Kokatee gegen die Müdigkeit und Kälte und die Zeit verging halbwegs schnell.

Wir waren die einzigen mit Spanischkenntnissen in unserem Jeep, so mussten wir den Dolmetscher spielen zwischen unserer bolivianischen Fahrer und Guide „Edgar“ (Tienes un nombre aleman, po weon..) und dem türkischen und französischen Pärchen, die alle auch nur bescheiden englisch sprachen.

DSCF4504Der erste Tag ging in die Hochebene der Atacama-Wüste. Auf 4.400m liegen zwischen Vulkanen verschiedene durch Mineralien und Algen verfärbten Lagunen, die durch ihre geringe Tiefe die optimalen Lebensbedingungen für haufenweise Flamigos bieten.

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Teilweise immer noch vulkanische Aktivitäten, wodurch es einige warme Quellen zum Baden gibt. Nahezu 40 grad auf 4.800m Höhe. Guter Zeitpunkt um der Alten mal etwas Zucht und Ordnung beizubringen, bzw. die wilde Stute mal wieder einzufangen und etwas einzureiten. Zeit für paar arrogante Fotoshootings blieb auch noch…

Zucht und Ordnung DSCF4304 so arrogant...

 

 

 

 

 

Die Unterkunft war bescheiden, 6 stickige Betten im ungeheizten Raum ohne Strom, dafür mit feuchten Wänden. Alles in allem eine baufällige Siedlung mit ca. 10 kleinen Herbergen für Wüstendurchquerungen. Das Essen für die Küchenausstattungen aussergewöhnlich gut – und zur großen Überraschung gab es eine Flasche süßlichen bolivianischen Rotwein.

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Die Nacht in der Wüste war kalt, unterhalb des Gefrierpunktes. Die Herberge lag auf 4300m, sodass man die Nacht jede halbe Stunde nach Luft schnappend aufwachte.

Arból de Piedra

Tag 2: Auf den Spuren der Rallye Dakar: Die Strecke am 2ten Tag führte durch Stein und Sandwüsten, genau den Weg, den die Fahrer der Rally Dakar sich einige Wochen zuvor selber suchen mussten. Durch die Wüste Desierto de Dali, die ihre Namensgebung den surrealen Steinformationen verdankt.

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Edgar unser Fahrer war nach 2 Tagen der Meinung, dass ich aufgrund meines Coca-Blätter Konsums (den er mir beibrachte und immer wieder anbot) und meiner lockeren Art schon fast mehr Bolivianer als Deutscher bin. Ich danke hiermit feierlich meinen Berliner Wurzeln, die einem lehren die Dinge locker zu nehmen und nicht viel mit deutschen Eigenschaften gemein haben…

DSCF4495 Coca Blätter mit Edgar gegen die Höhenkrankheit... IMG_2022

 

 

 

 

 

Ein letzter Zwischenstopp am Friedhof der Züge:

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Am Abend dann nach weiterer langen Wüstenfahrt erreichten wir Uyuni, eine kleine Wüstenstadt am Rande der Salzwüste im Südosten Boliviens.

Endlich warm Wasser, Dusche und Strom, obwohl man von Zivilisation noch nicht sprechen kann….

Früh ins Bett und nächsten Tag ab in die Salzwüste zum Sonnenaufgang…

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